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Das Logo von Carl Zeiss Jena ab 1909

Bundespräsident Theodor Heuss, 1954
vergrößern | | Die Spaltung und Wiedervereinigung der Firma Carl Zeiss
Unternehmensgeschichte – Spiegel der politischen Geschichte
Von der Teilung Deutschlands am stärksten getroffen wurde die ehemalige Reichshauptstadt. Hier war eine Wunde, die nicht heilen konnte und die die Unnatürlichkeit der Trennung täglich vor Augen führte. Was Berlin unter den deutschen Städten war Carl Zeiss unter den Firmen. Aus dem einen weltberühmten optischen Unternehmen entstanden zwei Firmen mit dem Namen Carl Zeiss, die sich während des Kalten Krieges auf dem Weltmarkt und vor Gericht erbittert bekämpften. Schon 1954 hatte Bundespräsident Theodor Heuss konstatiert: "In wenigen Werken von Weltsichtbarkeit ist so das deutsche Schicksal markiert wie in diesem Zeiss Werk."
Im Verhältnis der Bundesrepublik zur DDR lassen sich verschiedene Phasen unterscheiden, und entsprechend entwickelten sich die Beziehungen zwischen den beiden Zeiss-Unternehmen in West und Ost: von der Kooperation zur Konfrontation weiter zur Koexistenz und endlich zur Wiedervereinigung.
Die Story beginnt mit der Eroberung Thüringens durch die Dritte Amerikanische Armee. Der kämpfenden Truppe folgten Wissenschaftler und Ingenieure. Sie hatten die Aufgabe, das Know-how der Deutschen für die Vereinigten Staaten und Großbritannien nutzbar zu machen. Noch immer tobte der Krieg im Pazifik, und die Alliierten rechneten mit hohen eigenen Verlusten bei der Invasion des japanischen Mutterlandes. |  | Über das Buch
Der Autor
Einleitung
Die Kooperation
Die Konfrontation
Die Koexistenz
Die Wiedervereinigung
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Kisten mit den requirierten Geräten und Werkszeichnun-
gen vor dem Volks-
haus in Jena, Juni 1945
vergrößern |  | Für die Luftaufklärung benötigten die Amerikaner dringend die hochwertigen optischen Instrumente des Jenaer Zeiss-Werkes. Aus der thüringischen Universitäts- und Industriestadt wurden 125 führende Manager, Wissenschaftler und Ingenieure in die amerikanische Besatzungszone nach Heidenheim abtransportiert, davon 84 von Zeiss und 41 vom (mit Zeiss verbundenen) Glaswerk Schott & Genossen.
Die ostwürttembergische Stadt war mit Flüchtlingen überbelegt und statt der versprochenen Wohnungen erhielten die Zeissianer nur Zimmer zur Untermiete. Noch schlimmer war die erzwungene Untätigkeit. Am 6. und 8. August 1945 explodierten die beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki. Japan kapitulierte, und die Amerikaner brauchten die deutschen Optik-Experten nicht mehr. |  |  |
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Oberkochen 1946
vergrößern |  | Um so dringender gebraucht wurden für den zivilen und medizinischen Bedarf Mikroskope, Lupen, Brillengläser und Kamera-Objektive. Fast ein Jahr mussten die Zeissianer auf die Fertigungsgenehmigung warten. Ihre neue Produktion bauten sie im benachbarten Oberkochen auf, wo sich eine im Kriege errichtete und jetzt leerstehende Rüstungsfabrik befand. Offiziell gegründet wurde die neue Firma am 4. Oktober 1946. An diesem Tag schlossen der Justitiar und drei weitere Mitarbeiter den Gesellschaftsvertrag vor einem Notar in Heidenheim über die Gründung der „Opton Optische Werke Oberkochen". Das Stammkapital betrug eine Million Reichsmark, wovon die Carl-Zeiss-Stiftung Jena 950.000 Reichsmark übernahm. Ohne die Zustimmung von Carl Zeiss Jena wäre die Gründung also gar nicht möglich gewesen. |  |  |