Foto: Kind, das einen Drachen mit ZEISS-Logo fliegen lässt. William Hyde Wollaston
Forschungen zur Physik, Chemie und Physiologie
Vielseitig zeigte sich William Hyde Wollaston außer in der Optik auch sonst in der Physik und in der Chemie. Zunächst praktizierte er – von 1792 an – als Arzt. In den Jahren 1797 bis 1800 war er am Londoner St.-Georgs-Hospital tätig. Er wandte sich als Privatgelehrter naturwissenschaftlichen Forschungen zu und wurde 1804 zum Sekretär der Royal Society berufen. Diesen Posten bekleidete er bis zum Jahr 1816.

Mit seinen Untersuchungen über Volta-Elemente erbrachte er 1801 den Nachweis, dass Reibungselektrizität und fließender elektrischer Strom gleichartig sind. Bei seiner Beschäftigung mit der pulvermetallurgischen Verarbeitung von Platin entdeckte er 1803 die chemischen Elemente Palladium und Rhodium. Er erfand ein Verfahren, um Platin zu hämmern (Wollastondraht): Hierbei wird der in Silber eingebettete Draht ausgezogen.

Kristall-GoniometerTetraeder-Modell Methan
Kristall-Goniometer, ein- und zweikreisig von Carl Zeiss, um 1919.Veranschaulichung des Tetraedermodells am Beispiel des Kohlenwasser- stoffs Methan (Erdgas).
Nach dem Beseitigen von Zugspannungen durch schwaches Glühen wird der Silbermantel mit Salpetersäure entfernt. Ferner befasste Wollaston sich mit Mineralogie und Kristallographie, wobei ihm sein 1809 entwickeltes Reflexionsgoniometer die Bestimmung der Winkel zwischen den Kristallflächen ermöglichte.

Im Jahre 1808 wies er auf die Bedeutung des Tetraedermodells bei der räumlichen Anordnung von Atomen hin. Sechs Jahre später führte er in die Chemie den Begriff Äquivalentgewicht ein. Mit seiner Entdeckung der Aminosäure Cystein in Blasensteinen gelang ihm 1810 der erste Nachweis einer Aminosäure im menschlichen Organismus. Darüber hinaus galten seine physiologischen Untersuchungen der Frequenz- empfindlichkeit des Gehörs, dessen Grenzen er 1820 feststellte, und dem Sehvorgang.

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William Hyde Wollaston

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