 | Abbe drängt Schott zur Mitarbeit bei der Entwicklung von optischen Gläsern mit speziellen Eigenschaften. Schon wenige Monate später beginnt Schott in seinem Geburtsort Witten mit den ersten Versuchsschmelzen, siedelt im nächsten Jahr nach Jena über und arbeitet in dem eigens für ihn eingerichteten glastechnischen Laboratorium (aus dem später das Jenaer Glaswerk von Schott & Genossen hervorgeht).
Der Erfolg der mit nicht geringem Aufwand betriebenen und nicht gerade einfach finanzierbaren Versuchsreihen gibt dem Zeiß-Abbe-Schott-Team mehr als recht. Eine Vision ist Wirklichkeit: 1886 bietet Zeiss die ersten gänzlich neuartigen Mikroskopobjektive an: Die Apochromate (in Form von Trockensystemen, der Wasserimmersion und der homogenen Immersion), die in Verbindung mit sogenannten Kompensationsokularen auch für "die Objective von relativ grosser Apertur im ganzen Umfange des Sehfeldes sehr farbenreine Bilder gestatten, ohne dass dieses Zweckes wegen ihre Construction verwickelter zu werden braucht."
Neben der Abbe'schen Theorie und der Sinusbedingung sind die neuen Glastypen die Basis für praktisch jede Form moderner Hochleistungsoptik.
Und noch eine Bemerkung zum Gang des Unternehmens: 1886, also im Jahr des gläsernen Durchbruchs, beschäftigt Zeiss 250 Arbeiter und produziert das 10.000ste Mikroskop. |  |  |