HEALTH

Weltkrebstag

Der Beitrag von ZEISS im Kampf gegen Krebs

Bewusstsein und Wissen über Krebs kann dabei unterstützen, eine mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar, möchte ZEISS über Fortschritte in der Krebsforschung und Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Zahlen, die bewegen

  • Etwa 20 Millionen

    … neue Krebsfälle gab es im Jahr 2022.1

  • Über 35 Millionen

    ... neue Krebsfälle werden für das Jahr 2050 prognostiziert, was einem Anstieg von 77 % gegenüber den geschätzten 20 Millionen Fällen im Jahr 2022 entspricht.1

  • Mindestens 40 %

    … aller Krebsfälle könnten durch wirksame primäre Präventionsmaßnahmen verhindert und die Sterblichkeit durch frühzeitige Erkennung von Tumoren weiter gesenkt werden.2

Mit der Kampagne „Gemeinsam einzigartig“ macht die Union for International Cancer Control (UICC) seit 2025 auf die individuelle Erfahrung mit Krebs aufmerksam: Jede Patientin und jeder Patient haben eine ganz eigene Geschichte, individuelle Erfahrungen und spezifische Bedürfnisse. Die UICC setzt sich weltweit dafür ein, dass über die Krankheit hinausgeschaut wird und zuerst der Mensch gesehen wird. Bewusstsein und Wissen über Krebs kann dabei unterstützen, eine mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen und individuell zu behandeln. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar, informiert ZEISS über Fortschritte in der Krebsforschung sowie Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

Der Begriff Krebs umfasst eine Vielzahl von Krankheiten. Krebserkrankungen treten auf, wenn es in Abschnitten der Erbsubstanz zu irreparablen Mutationen kommt. Diese führen zu unkontrollierbarem Zellwachstum, das dem Körper Schaden zufügen kann. Fortschritte in der Forschung haben bessere Früherkennung und Diagnose als auch neue Behandlungsmethoden ermöglicht - zum Vorteil für Patientinnen und Patienten.

„Mir ist es wichtig, sinnvolle Arbeit zu leisten, die den Patienten zugutekommt und ihnen im Idealfall zu einem längeren Leben verhilft. Meiner Meinung nach ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Forschung, klinischer Praxis, Technologie und den Aufsichtsbehörden von entscheidender Bedeutung.“

Dr. Kathrin Baader Böpple Team Lead, ProCell for Patient, Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische Forschung mbH, Bosch Health Campus Stuttgart.

Neue Erkenntnisse über Krebs durch Routine-Mikroskopie und Grundlagenforschung

Im Kampf gegen Krebs ist die Mikroskopie ein unverzichtbares Instrument, das die Grundlagenforschung, translationale Fortschritte und klinische Anwendungen miteinander verbindet und so die Patientenversorgung revolutionieren kann.

Die Grundlagenforschung ist das Fundament, auf dem unser Verständnis von Krebs aufbaut. Die Mikroskopie ermöglicht es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die zellulären und molekularen Mechanismen zu erforschen, die die Entstehung und das Fortschreiten von Krebs vorantreiben. Forschende können Krebszellen in ihrer natürlichen Mikroumgebung mit beispielloser Detailgenauigkeit visualisieren und ihre Morphologie, ihr Verhalten und ihre Wechselwirkungen mit dem umgebenden Gewebe untersuchen. Hochauflösende Bildgebung ist unerlässlich, um die genetischen Mutationen zu verstehen, die zu verschiedenen Krebsarten beitragen.

ZEISS verbessert nicht nur die Krebsforschung, sondern optimiert auch die täglichen Routineanalysen von Zellen. ZEISS Labscope, unterstützt durch KI, bietet einen sofortigen Überblick über das Zellwachstum und -verhalten, was für wichtige Forschungsschritte von entscheidender Bedeutung ist.

Translationale Fortschritte: Entdeckungen in Behandlungen umsetzen

Der Weg vom Labor zur Patientenversorgung ist entscheidend, um grundlegende Forschungsergebnisse in wirksame Krebsbehandlungen umzusetzen. Forschende verwenden Mikroskopie, um neue Wirkstoffkandidaten an Krebszellen zu evaluieren und deren Auswirkungen auf die Lebensfähigkeit und Proliferation der Zellen zu bewerten. Tissue Multiplexing ermöglicht die gleichzeitige Analyse mehrerer Biomarker in einer einzigen Probe und liefert so ein umfassendes Verständnis der Tumormikroumgebung. Dies ist entscheidend für die Entwicklung gezielter Therapien und personalisierter Behandlungsstrategien, die auf die individuellen Krebsmerkmale der Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind. Bildgebungslösungen wie ZEISS Axioscan 7 spatial biology unterstützen die präzise und reproduzierbare Bewertung von therapiebedingten zellulären und mikroumgebungsbezogenen Veränderungen und beschleunigen so die Umsetzung von Laborentdeckungen in klinisch verwertbare Erkenntnisse.

Klinische Anwendungen: Verbesserung der Krebsdiagnose und -behandlung

In der klinischen Praxis sind Mikroskopie und bildgebende Verfahren für eine genaue Krebsdiagnose und Behandlungsplanung unverzichtbar. So ist beispielsweise die Pathologie auf eine hochwertige Bildgebung angewiesen, um Gewebeproben zu analysieren, Krebszellen zu identifizieren und das Stadium der Erkrankung zu bestimmen. Der Slide Scanner ZEISS Axioscan 7 clinical ermöglicht die Untersuchung einer großen Anzahl von Objektträgern. So kann die Pathologie ihre subjektiven Diagnosepräferenzen beibehalten und gleichzeitig große Mengen an Proben effizient bearbeiten. Direkt im OP bietet das Endomikroskopiesystem In Vivo Pathology Suite CONVIVO® Echtzeit-Informationen für eine hochauflösende Visualisierung zellulärer und struktureller Gewebemerkmale. Die Pathologie kann via Remotezugriff die vom ZEISS CONVIVO aufgenommenen In-vivo-Bilder schnell überprüfen und sofort begutachten.4

ZEISS CONVIVO ist Teil des ZEISS Tumor Workflow – ein Konzept, das multidisziplinären Teams aus Neurochirurgie, Neuropathologie und Radioonkologie neue Ansätze für die Behandlung von Hirntumoren bietet. Das richtige Gleichgewicht zwischen der Erhaltung funktionaler Bereiche und der großflächigen Resektion bei der Hirntumoroperation ist eine klinische Herausforderung. Intraoperative Informationen sind daher von unerlässlicher Bedeutung, damit die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit getroffen werden kann. Der ZEISS Tumor Workflow3 kombiniert die standardmäßige fluoreszenz- und neuronavigationsgestützte Neurochirurgie mit konfokaler Laserendomikroskopie (CLE) und intraoperativer Strahlentherapie (IORT).

Bildgebende Verfahren von ZEISS unterstützen zudem bei der Diagnostik von okularen Tumoren. Die ZEISS CLARUS 700 Funduskamera erfasst hochauflösende Bilder, die Augenärztinnen und -ärzten etwa dabei unterstützen, ein okuläres Melanom sicher zu diagnostizieren. Dabei ermöglichen die Fluoreszein-Angiographie (FA) und die Indocyanin-Grün-Angiographie (ICGA) die Visualisierung der peripheren Netzhaut, wodurch nicht durchblutete Bereiche, Gefäßleckagen, mikrovaskuläre Anomalien und Neovaskularisationen beurteilt werden können.

Weltkrebstag – Geschichte der Krebsbehandlung

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Seit einiger Zeit bereits führen Innovationen und Fortschritte von Arzneimitteln und Medizintechnik zu verbesserten Möglichkeiten der Krebs-Früherkennung und auch Therapie. Zudem steigern sich Wirksamkeit und Verträglichkeit ebendieser Krebstherapien - eine Übersicht wesentlicher Meilensteine.

  • 2020

    Nobelpreis für Chemie für die Französin Emmanuelle Charpentier und die Amerikanerin Jennifer A. Doudna

    Mit der CRISPR/Cas-Technologie, auch bekannt als "Genschere“, könnten Forscherinnen und Forscher mit hoher Präzision das Erbgut von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen verändern. Die Technologie trägt u.a. zu neuen Krebstherapien bei. Mit dieser Methode, die viele Möglichkeiten bietet, muss aber auch verantwortungsvoll umgegangen werden.

  • 2019

    Nobelpreis für Medizin für Peter Ratcliffe, William Kaelin und Gregg Semenza

    Die drei Forscher aus Großbritannien und den USA haben entdeckt, wie molekulare Mechanismen abhängig vom Sauerstoffgehalt die Aktivität von Genen regeln, die wiederum den Stoffwechsel verändern. Die Sauerstoff-Regulierung spielt bei einer Vielzahl von Krankheiten eine zentrale Rolle. Bei Tumoren beeinflusst das Sauerstoff-Regulierungssystem die Vermehrung von Krebszellen. Wissenschaftliche Einrichtungen und pharmazeutische Unternehmen arbeiten daher daran, Arzneimittel zu entwickeln, die das Sauerstoff-Mess-System aktivieren oder blockieren könnten.

  • 2018

    Nobelpreis für James Allison und Tasuku Honjo

    Die Mediziner James Allison und Tasuku Honjo erhalten 2018 den Nobelpreis für Medizin für ihre Entwicklung immunbasierter Krebstherapien – ein Meilenstein im Kampf gegen den Krebs. Die Mediziner entdeckten, dass das Immunsystem selbst in der Lage ist, Krebszellen zu bekämpfen. Voraussetzung dafür ist das Lösen der Immunzellen eigenen Bremsen.

  • 2008

    Harald zur Hausen

    Harald zur Hausen erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Erkenntnis, dass Gebärmutterhalskrebs durch Virusinfektionen ausgelöst wird. Seine Forschung ermöglichte die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen.

  • 2001
    Nobelpreis für Sir Paul M. Nurse, Leland H. Hartwell und Timothy Hunt

    Für ihre bahnbrechende Entdeckung zur Steuerung des Zellzyklus erhalten Sir Paul M. Nurse, Leland H. Hartwell und Timothy Hunt den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Die Forschungsergebnisse haben u.a. das Verständnis für die Veränderung der Erbmasse in Krebszellen gefördert und neue Wege für zukünftige Behandlung von Krebserkrankungen erschlossen.

  • 1998

    Zulassung des ersten Antikörpers

    Mit der Zulassung des ersten Antikörpers zur Therapie von follikulären Lymphomen wird ein neues Kapitel im Kampf gegen Lymphdrüsenkrebs aufgeschlagen. Die Antikörpertherapie gilt bei Lymphomen – aber auch bei Brust- und Darmkrebs – neben Bestrahlung und Chemotherapie seither als Standardtherapie.

  • 1959

    Erste erfolgreiche Knochenmarktransplantation

    Nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk gelingt Georges Mathé die erste erfolgreiche Knochenmarktransplantation an Physikern, die Opfer von schädlicher Bestrahlung wurden. Bereits 5 Jahre später werden auch die ersten Leukämie-Patienten erfolgreich von Mathé behandelt.

  • 1949

    PAP-Test

    Der zur zytologischen Früherkennung eingeführte PAP-Test, der auf Dr. George Papanicolaou zurückgeht, eröffnet Möglichkeiten zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. In Westdeutschland ging die Inzidenz nach Einführung des zytologischen Abstrichs um über 60 % zurück.

  • 1896

    Dr. Thomas Beatson

    Dr. Thomas Beatson entdeckt den stimulierenden Effekt von Östrogen auf Tumore in der Brust, noch bevor das Hormon selbst entdeckt wurde. Seine Arbeit stellt die Grundlage für die moderne Anwendung von Hormonen und Analoga (z.B. Tamoxifen, Taxol) in der Brustkrebstherapie und -prävention dar.

  • 1895

    Die erste Bestrahlung

    1895 experimentiert der Physiker Wilhelm Röntgen und entdeckt die Strahlen, die heute seinen Namen tragen. Die Mediziner beginnen, ihre Patienten damit auf Knochenbrüche und Lungenschatten zu durchleuchten – und entdecken den Effekt der Strahlen auf das schnell wachsende Krebsgewebe. Bereits ein Jahr später findet die erste Bestrahlung einer Brustkrebspatientin in den USA statt – es ist der Beginn der Radioonkologie.

  • 17. Jahrhundert

    Wilhelm Fabry und Johann Scultetus

    Wilhelm Fabry (von Hilden 1560-1634), größter deutscher Wundarzt seiner Zeit und Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie, entfernte bereits im 17. Jahrhundert vergrößerte Lymphknoten im Rahmen von Brustkrebsoperationen, während Johann Scultetus (1595-1645) radikale Mastektomien beschreibt.

Anfang
Ende

  • 1

    https://www.who.int/news/item/01-02-2024-global-cancer-burden-growing--amidst-mounting-need-for-service

  • 2

    https://www.iarc.who.int/cancer-topics/

  • 3

    Behandlungsstandard impliziert keine Veränderungen in der klinischen Praxis. Das Konzept des ZEISS Tumor Workflows setzt sich aus der Nutzung von ZEISS KINEVO 900, ZEISS CONVIVO und ZEISS INTRABEAM 600 zusammen.

  • 4

    Die grenzübergreifende Übertragung geschützter Gesundheitsdaten ist ggf. durch nationale Rechtsvorschriften eingeschränkt.