Fall

Erweitern Sie Ihr chirurgisches Leistungsspektrum mit SMILE pro für Hyperopie

Eine völlig neue Perspektive
1. Februar 2026 · 8 Min. Lesedauer
Lächelnde Frau mit langen schwarzen Haaren, blauem Oberteil und Schal vor einem hellen Hintergrund
AUTOR Smita Agarwal, FRANZCO, Grad. Dip. in refraktiver Chirurgie (USYD), FWCRS Facharzt für Hornhaut-, Katarakt- und refraktive Chirurgie mit Privatpraxis am australischen Wollongong Refractive Laser Eye Institute.

Dr. Smita Agarwal hat keinerlei finanzielles Interesse an dem Eingriff.

Seit 2018 führe ich die Lentikelextraktion mit SMILE® (Carl Zeiss Meditec AG, Jena) zur Behandlung von Kurzsichtigkeit und myopem Astigmatismus durch. Meine Patienten und ich selbst sind mit den Ergebnissen und Vorteilen von ZEISS SMILE äußerst zufrieden. Viele Patienten entscheiden sich für SMILE, weil der Eingriff ohne Flap auskommt. Das gilt insbesondere für diejenigen, bei denen das Risiko für Augenverletzungen aufgrund von Hobby oder Beruf erhöht ist. Meiner Erfahrung und auch der Studienlage nach geht SMILE bei Kurzsichtigkeit mit weniger Augentrockenheit als LASIK einher.1,2,3

Mindestens jeder dritte Erwachsene in meiner Praxis ist weitsichtig. Ich habe schon viele Anfragen zu SMILE von weitsichtigen Patienten erhalten, die im Wartezimmer etwas darüber gelesen oder von jemandem gehört haben, der bei mir wegen Kurzsichtigkeit in Behandlung war. Bis zum letzten Jahr musste ich ihnen leider antworten, dass die Lentikelextraktion noch nicht für Weitsichtigkeit zugelassen ist. Wer geeignet und bereit war, bekam bei mir deshalb eine Femto-LASIK.

Im September 2024 schließlich stellte die Carl Zeiss Meditec AG auf dem ESCRS-Kongress in Barcelona SMILE® pro auf der Femtosekunden-Laserplattform VISUMAX® 800 zur Behandlung von Weitsichtigkeit vor. Ich übernahm das neue Verfahren als eine der Ersten. Vor allem wollte ich Patienten mit mittelschwerer Weitsichtigkeit ZEISS SMILE pro anbieten, da auch sie nun von den Vorteilen der Lentikelextraktion profitieren konnten.

Ende November 2024 nahm ich den ersten Eingriff vor. Und wie ich weiter unten ausführe, waren die Ergebnisse hervorragend. In den folgenden 11 Monaten behandelte ich gut zehn weitere Patienten beidseitig. Ich hätte durchaus noch mehr Patienten behandeln können. Allerdings entschied ich mich bewusst für einen bestimmten Schwerpunkt und stellte wohlüberlegte Kriterien auf, um zunächst nur diejenigen aufzunehmen, die meinem Wunschprofil entsprachen. Bislang waren die refraktiven und visuellen Ergebnisse durchgehend gut, und es gab keinerlei Hinweise auf eine Hornhauttrübung.

Obwohl ich noch nicht allzu viele Erfahrungen sammeln konnte und sich der langfristige Erfolg erst noch zeigen muss, ist ZEISS SMILE pro dem ersten Eindruck nach eine sehr gute Alternative für die chirurgische Weitsichtigkeitskorrektur insbesondere bei jüngeren Patienten. Bei Weitsichtigen mit Alterssichtigkeit verwende ich hingegen PRESBYOND® Laser Blended Vision von ZEISS.

Fallbericht

Ein 48 Jahre alter Lehrer mit mittelschwerer Weitsichtigkeit und schwach ausgeprägtem Astigmatismus kam in meine Praxis, weil er seine Fernbrille loswerden wollte. Die zykloplegische Refraktion ergab +4,75/-0,50 bei 115 OD und +4,50/-0,75 bei 90 OS. Der unkorrigierte Fernvisus (UDVA) betrug 6/60 OU, der korrigierte Fernvisus (CDVA) 6/6 OU.

Der Patient trug seit 20 Jahren Kontaktlinsen und bei Bedarf eine Lesebrille. Da er aber körperlich aktiv war, gerne surfte und viel draußen unterwegs war, wünschte er sich ungetrübte Fernsicht auch ohne Sehhilfe. Bei einer genauen Untersuchung wurde seine Eignung für SMILE pro festgestellt. Diese ergab unter anderem eine Hornhautdicke von 548/549 µm OD/OS und 12,0/12,2 mm OD/OS Hornhautdurchmesser (WTW).

Wir besprachen dann die Risiken und Vorteile von LASIK, Linsenaustausch und SMILE pro. Ich erklärte ihm, dass ich zwar umfangreiche Erfahrung mit SMILE bei Kurzsichtigkeit habe, dies aber mein allererster Fall von Weitsichtigkeit wäre. Außerdem wies ich ihn darauf hin, dass das langfristige Regressionsrisiko bei Weitsichtigkeit bei diesem neuartigen Verfahren noch unklar sei. Der Patient entschied sich für ZEISS SMILE pro, da das Verfahren ohne Flap auskommt und das Risiko für Augentrockenheit geringer als bei LASIK ist.1,2,3

Der Eingriff war ein voller Erfolg. Der UDVA-Wert lag einen Tag nach der OP auf beiden Augen bei 6/6 OU und blieb sowohl nach einer Woche als auch nach einem und nach elf Monaten unverändert. Der unkorrigierte Nahvisus (UNVA) betrug nach einer Woche und nach einem Monat N6 OU. Nach elf Monaten lag er aufgrund der fortschreitenden Presbyopie bei N10. Der Patient trägt eine Brille mit +1,00 dpt ausschließlich für den unmittelbaren Nahbereich. Die Refraktionswerte betrugen nach einem Monat 0,00/-0,25 bei 95 OD und 0,00/-0,25 bei 45 OD. Nach elf Monaten lagen sie bei +0,25/-0,25 bei 90 OD und 0,00/0,00 bei 000 OS. Der Patient war laut eigener Aussage sehr zufrieden mit den Ergebnissen und genoss seinen aktiven Alltag auch ohne seine Brille mit +5,5 dpt.

  • Vier Detailkarten der Hornhauttopographie mit farbcodierten Elevations- und Krümmungswerten für rechte (OD) und linke (OS) Augen und den entsprechenden Keratokonus-Screening-Daten für Produkte von ZEISS Meditec

    Abbildung 1. OD- und OS-Aufnahmen: tangentiale anteriore Krümmung und anteriore Elevation elf Monate nach dem Eingriff (MS 39 – CSO s.r.l., Florenz, Italien)

Im Video erfahren Sie mehr über diesen Fall.

  • Originalsprache: EN | Untertitel: Keine

ZEISS SMILE pro für Weitsichtige: Alles wie bei Kurzsichtigkeit?

Die Weitsichtigkeitskorrektur mit SMILE pro unterscheidet sich nur geringfügig von der Kurzsichtigkeitskorrektur mit SMILE. Deshalb benötigen Refraktionschirurgen mit umfangreicher Erfahrung in puncto SMILE auch nur eine kurze Einarbeitung.

SMILE pro zur Behandlung von Weitsichtigkeit ist für die Korrektur von +0,15 bis +7 dpt (sph.) und bis zu +4,0 dpt (zyl.) mit bis zu +6,5 dpt (sphärisches Äquivalent) zugelassen. Die ersten Eingriffe sollten Chirurgen an Patienten mit moderater Weitsichtigkeit (+2,5 bis +5,75 dpt) und höchstens +1,75 dpt Zylinder vornehmen, da die geringe mittlere Lentikeldicke bei schwächerer Weitsichtigkeit die Dissektion erschwert. Weitere Voraussetzungen sind eine Hornhautdicke von ≥ 500 µm und eine regelmäßige Topographie.

Um die Refraktionsgenauigkeit zu verbessern, sollte bei der präoperativen Untersuchung eine zykloplegische Refraktionsbestimmung erfolgen. Für die Operationsplanung sollte dagegen der manifeste Refraktionswert in Plusrichtung herangezogen werden. Aufgrund der vergleichsweise großen Abmessungen der SMILE pro Lentikel für Weitsichtigkeit (Gesamtdurchmesser 8,3 mm, optische Zone 6,3 mm, Übergangszone 2 mm) wird der Eingriff mit der Behandlungseinheit der Größe M durchgeführt. Um die Bindehaut aus der Applanation herauszuhalten und Pseudosuktion und Saugverluste zu vermeiden, empfehle ich außerdem Patienten mit einem WTW > 11,8 mm unter Berücksichtigung des Kappa-Winkels. Zudem sollten Patienten mit übermäßiger limbaler Gefäßdichte nicht ausgewählt werden, um das Blutungsrisiko an der Inzision zu minimieren. Bei Blutungen, die die Dissektionsschichten unkenntlich machen, kann jedoch topisches Phenylephrin angewendet werden.

Für die Dissektion des großen hyperopen Lentikels empfehle ich ein Instrument mit besonders langem Arm, das ähnlich wie ein Scheibenwischer geführt wird. Bei der Weitsichtigkeitskorrektur mit SMILE pro beginnt man die Dissektion in der mittleren Peripherie. Der dünne Mittelbereich wird zuletzt präpariert. Das ist bei Kurzsichtigkeit anders, denn hier beginnt die Dissektion in der Lentikelmitte. Ich schneide die Mitte mit dem Dissektorarm ein. Dabei halte ich die wulstige Instrumentenspitze in die andere Richtung, um Cap-Perforationen und Löcher zu vermeiden.

Fazit

Ich kann bestätigen, dass ZEISS SMILE pro bei Weitsichtigkeit ein sicheres, verlässliches und wirksames Verfahren ist. Gemessen an meinen eigenen Erfahrungen gehe ich davon aus, dass Chirurgen mit Erfahrung in puncto SMILE bei Kurzsichtigkeit nur eine kurze Einarbeitungszeit benötigen, um SMILE pro auch bei Weitsichtigkeit anwenden zu können. Selbst wer noch keine Erfahrung mit SMILE hat, kann nach einer entsprechenden Schulung und mit Unterstützung der klinischen Applikationsspezialisten von ZEISS ebenfalls hervorragende Ergebnisse erzielen. Deshalb möchte ich alle Kollegen ermutigen, sich über die potenziellen Vorteile von SMILE pro bei Weitsichtigkeit zu informieren. Sicherlich werden sie sich dann überlegen, warum sie SMILE pro nicht auch im Rahmen ihres Portfolios zur Korrektur von Weitsichtigkeit anbieten.


  • 1

    Recchioni A, Sisó-Fuertes I, Hartwig A, Hamid A, Shortt AJ, Morris R, Vaswani S, Dermott J, Cerviño A, Wolffsohn JS, O’Donnell C. Short-Term Impact of FS-LASIK and SMILE on Dry Eye Metrics and Corneal Nerve Morphology. Cornea. 2020 Jul;39(7):851-857. doi: 10.1097/ICO.0000000000002312. PMID: 32243424.

  • 2

    Angela H Y Wong, Rachel K Y Cheung, Wee Nie Kua, Kendrick C Shih, Tommy C Y Chan, Kelvin H Wan. Dry Eyes After SMILE, Asia Pac J Ophthalmol (Phila). 2019 Sep-Oct;8(5):397-405. doi: 10.1097/01.APO.0000580136.80338.d0.

  • 3

    Kobashi H, Kamiya K, Shimizu K. Dry eye after small incision lenticule extraction and femtosecond laser-assisted LASIK: meta-analysis. Cornea. 2017;36(1):85-91.

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  • Broadening horizons: Expanding your surgical portfolio with SMILE pro for hyperopia

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